ist er auch noch so schlau?
Er bleibt doch immer Theorie.
Und nur das Eine weiß man ganz genau:
So wie man plant und denkt,
so kommt es nie!!!“
Wer diese Zeilen noch im Ohr hat, muss ein echter Musical-Fan sein. Denn es ist nun immerhin schon vier Jahre her, dass das Musical „Elisabeth“, aus dem das Zitat entnommen ist, unser liebes Colosseum in Essen verlassen hat. Dennoch haben die oben angeführten Verse bis heute - will sagen bis zur Aufführung unserer Komödie „Verliebt, verlobt... verrechnet“ - keinen Deut ihrer Aktualität und Brisanz verloren.
Auch wenn wir uns heute nicht im Colosseum, einem der Vorzeigeobjekte unserer Stadt, befinden, so denke ich doch, dass Sie mit mir einer Meinung sein werden, wenn ich sage: Egal ob am Hof des österreichischen Kaisers oder bei einem deutschen Studenten... Die brillantesten Pläne sind in den meisten Fällen zum Scheitern verurteilt. Und das kann man, so denke ich, mit einem fetten Textmarker unterstreichen!
Im Musical „Elisabeth“ wie übrigens auch in der sich tatsächlich zugetragenen Geschichte Österreichs, hatte die Mutter des Kaisers Franz den Plan geschmiedet, die älteste Tochter ihres Cousins, des Herzogs Max von Bayern, Hélène, mit ihrem Sohn zu vermählen. Nur zu dumm, dass auch die jüngere Tochter Maxens, Elisabeth - wirklich ein bildhübsches Mädchen im Gegensatz zu ihrer doch eher stämmigen Schwester -, beim ersten Treffen mit von der Partie war. Und so kam es, dass der junge Kaiser Franz ohne zu wissen, welche die für ihn Ausgewählte sei, sich spontan für Elisabeth entschied und somit die Pläne seiner Mutter gehörig durchkreuzte. Denn die ansehnliche Elisabeth, die später als schönste Frau der Welt bewundert wurde, konnte sich als Kaiserin so gar nicht mit den strengen Vorgaben ihrer Schwiegermutter abfinden, was für den kaiserlichen Hof so manchen Konflikt nach sich zog...
Nun bewegen wir uns heute Abend nicht ganz auf einem solch weltpolitischen Terrain wie die „Kaisers“ in Österreich. Ebenso wenig ist es bei uns die Mutter, die versucht, ihren genial anmutenden Plan in die Tat umzusetzen. Doch prinzipiell kann man die Situation am österreichischen Hof mit der bei Familie Sander vergleichen.
Andreas möchte zum Schein seine Schwester Julia mit seinem Kommilitonen Oskar verloben. Dessen Tante Margret aus Australien, die ihn seit Jahren finanziell unterstützt, hat nämlich ihren überraschenden Besuch angekündigt. Leider hat Oskar ihr nicht so ganz die Wahrheit über sein Leben erzählt. Tante Margret geht davon aus, dass ihr Neffe ein erfolgreicher Student mit super Jobaussichten und einer netten Verlobten ist... weit gefehlt: Oskar studiert erfolglos vor sich hin und das vom Geld seiner Tante; und eine Verlobte kann er natürlich auch nicht vorweisen. Nachdem Andreas seine Schwester überzeugt hat, bei der Sache mitzuspielen (natürlich ist Oskar dazu bereit, die beiden großzügig zu bezahlen), nimmt das Chaos seinen Lauf.
Ungeschickterweise erfahren Julias und Andreas’ Eltern, Dorothea und Siegfried, davon, dass ihre Tochter sich verloben will. Hellauf begeistert wollen sie eine großangelegte Verlobungsparty schmeißen und scheuen dafür auch keine Kosten und Mühen. So hat Andreas sich die Durchführung seines Plans nun wirklich nicht vorgestellt. Und zur Krönung - um wieder einen geschickten Schlenker zum österreichischen Hof hinzubekommen - hält auf der Feier sogar ein Pfarrer eine Rede. Wenn sich da mal keiner verrechnet hat...