Prolog - Wahrwerdung einer Geschichte
Cyrano Savinien Hercules de Bergerac, am 6. März 1619 zu Paris geboren, ist seit der Jugend eng mit Le Bret befreundet. Beide dienen seit 1638 bei den Gascogner Kadetten, der Kompanie des Hauptmann Castel-Jaloux. Wir schreiben nun das Jahr 1640 und befinden uns im Saale des Hotels de Bourgogne, in dem Montfleury, ein dem Cyrano sehr verhasster Schauspieler, antritt, eine seiner Rollen zu spielen. Cyrano verbietet ihm jedoch den Auftritt und durch Cyranos Art bliebt dem Schauspieler keine andere Möglichkeit, als sich zurückzuziehen - trotz des Protestes von Seiten des Parterres.
Erster Akt - Eine Vorstellung im Hotel de Bourgogne
Das verärgerte Publikum fordert eine Erklärung, doch das stört Cyrano nicht, als ein Zuschauer dann eine Bemerkung über Cyranos lange Nase macht, verspottet er diesen und schickt ihn weg, mit der Androhung, jede Bemerkung über seine Nase würde mit dem Tod bestraft. Dies muss bald auch Valvert, Verlobter von Cyranos Base Roxane, erfahren, der Cyrano herausfordert und sowohl verbal als auch im Degenduell verliert. Durch den plötzlichen Tod des Nebenbuhlers fühlt sich der einflussreiche Graf Guiche ermutigt, das Herz Roxanes zu erobern. Doch auch Cyrano ist in Roxane verliebt, traut sich aufgrund seines abschreckenden Äußeren jedoch nicht, sie anzusprechen. Als ihm jedoch Roxanes Begleiterin berichtet, dass sie sich mit ihrem Vetter treffen will, ist Cyrano außer sich vor Freude.
Zweiter Akt - Die Garküche der Poeten
Im Laden Ragueneaus, eines befreundeten Bäckers, findet das Treffen zwischen Roxane und Cyrano statt. Doch bevor Roxane erscheint, beschleichen Cyrano erneute Zweifel. Er beschließt, einen Brief über seine Gefühle zu schreiben und diesen seiner Geliebten zu übergeben. Doch als Roxane erscheint, berichtet sie Cyrano, dass sie sich ihrerseits verliebt hat, in einen Mann namens Christian de Neuviellette, der seit heute in Cyranos Corps dient. Cyrano lässt sich von Roxane das Versprechen abringen, dass er Christian beschützt und diesem wie ein Bruder ist, und übergibt Roxane seinen Brief nicht. Noch von diesem Ereignis überwältigt treten Cyranos Kadetten auf, die ihren Helden feiern wollen, der in der Nacht gegen 100 Feinde erfolgreich gekämpft hat. Doch Cyrano ist nicht zum Feiern zumute und stößt auch Graf Guiche vor den Kopf, der ihm anbietet, seine Dichtungen dem mächtigen Richelieu zu präsentieren. Als er schließlich doch noch von seinem Heldenstreich berichtet, wird er von Christian diffamiert. Unter vier Augen erklärt Cyrano Christian, dass Roxane in ihn verliebt ist, doch Christian sagt nur, dass er „als blöder Wicht“ vor den Frauen verstummt, da er nie „schön über Liebe“ sprechen konnte. Cyrano will Christian helfen und gibt ihm seinen Brief, den er angeblich an eine imaginäre Frau geschrieben hat. Damit soll Christian Roxanes Herz erobern.
Dritter Akt - Der Kuss Roxanes
Roxane ist schlichtweg begeistert von Christians/Cyranos Briefen und will sich nun endlich mit Christian treffen, der bisher jeder Begegnung aus dem Weg ging. Cyrano soll nun ein Treffen arrangieren. Graf Guiche, zum Oberst ernannt, will sich vor seiner Abreise in den Krieg gegen Spanien noch von Roxane verabschieden. Diese überredet den Grafen mit weiblicher List, dass Cyranos Corps - und damit Christian - nicht mit in den Krieg ziehen müssen. Christian hat es inzwischen satt, stets nur mit Cyranos Worten zu sprechen und erklärt sich in seiner eigenen Weise Roxane - sehr zu deren Missfallen. Am Abend unter Roxanes Balkon versucht Cyrano in Christians Beisein und unter dessen Namen diesen Fauxpas wieder auszugleichen und erobert Roxanes Herz und ringt ihr auf Christians Drängen einen Kuss ab, den Christian auf dem Balkon von Roxane erhält, während Cyrano sich schmachtend hinter einem Baum versteckt. Da erscheint ein Mönch, der Roxane einen Brief von Graf Guiche übergibt. Dieser hält sich in einem nahegelegenen Kloster versteckt und will in Kürze auftauchen, um die Nacht mit Roxane zu verbringen. Doch Roxane gibt an, dass in dem Brief steht, der Graf bestehe darauf, dass sie und Christian unverzüglich heiraten sollen und der Mönch die Trauung vollziehen soll. Cyrano soll indessen den Grafen aufhalten, was dieser auch mit viel Phantasie schafft. Als Graf Guiche erkennt, dass Roxane und Christian vermählt sind, schickt er den Corps ebenfalls unverzüglich in den Krieg und Roxane ringt Cyrano noch gerade das Versprechen ab, dass Christian ihr täglich einen Brief schreibt.
Vierter Akt - Die Gascogner Kadetten
Die Kadetten um Cyrano und Christian sind eingeschlossen und abgemagert. Dennoch gelingt es Cyrano zweimal täglich ohne Christians Wissen einen Brief an Roxane zu schreiben und diesen hinter die feindlichen Linien zu bringen. Um sich aus der misslichen Lage zu befreien, hat Graf Guiche einen Plan ausgearbeitet: Die Gascogner Kadetten sollen sich alleine dem Feind stellen, damit die restlichen Truppen Proviant erkämpfen können. Während Christian Roxane nachtrauert, zeigt Cyrano ihm einen Brief, den er zum Abschied an Roxane verfasst hat. Da taucht plötzlich ein Wagen auf - es ist Roxane, die Proviant mitgebracht hat. Als Christian sie fragt, warum sie die Gefahr auf sich genommen hat und in das Kriegsgebiet gefahren ist, erzählt sie von den vielen, vielen Briefen, die sie erhalten hat. Christian stellt Cyrano zur Sprache und erkennt, dass er ebenfalls in Roxane verliebt ist und diese auch Cyrano - nicht Christian - liebt. Christian besteht darauf, dass Cyrano Roxane die Wahrheit erzählt und begibt sich an die Front. Doch bevor Cyrano Roxane seine Liebe gestehen kann, wird der tödlich getroffene Christian herbeigetragen. Roxane findet bei ihm Cyranos Brief und dieser beschließt, die Wahrheit bei sich zu behalten.
Fünfter Akt - Cyranos Wochenchronik
Fünfzehn Jahre sind vergangen. Roxane hat sich in ein Kloster zurückgezogen und Cyrano besucht sie als guter Freund jede Woche und berichtet ihr von den Neuigkeiten. Christians Tod hat Roxane noch immer nicht überwunden und trägt immer noch seinen letzten Brief bei sich. Cyrano macht sich durch seine Art immer neue Feinde und tatsächlich wird er in einen Hinterhalt gelockt und von einem herabfallenden Holzbalken schwer verletzt. Mit letzter Kraft kann er sich ins Kloster schleppen und verbirgt vor Roxane seinen Zustand, soweit es ihm möglich ist. Er bittet sie, Christians Brief lesen zu dürfen. Als Cyrano den Brief laut vorließt, erkennt Roxane, dass Cyrano diesen und alle anderen Briefe verfasst hat und sie in Wirklichkeit ihn liebt. Doch Cyrano kann diesen späten Triumph nicht mehr genießen. Er stirbt.