Comedyabend der TheaterLaien lockte über dreihundert Zuschauer an
Das lauteste Gelächter kam aus der letzten Reihe. Dass es auch nach über zwei Stunden nicht im Saal des Mädchengymnasiums verhallte, hatte die Schauspieler der „TheaterLaien“ aus Borbeck auf ihre Kappe zu nehmen. Die Neuauflage des „Comedyvening“ schlug zumindest in der letzten Reihe ein wie eine Lachrakete.
Zwei Mal pro Woche standen vier Monate lang die Schüler, Studenten und Berufstätigen der Theatergruppe im Probenraum. Mit zwanzig Sketchen der bekanntesten deutschen Comedyautoren wollte das junge Ensemble unter der Leitung von Thomas Krieger an den Erfolg des letzten Jahres anknüpfen.
Mit viel Liebe zum Detail und dem Drang zum Perfektionismus schafften die vierzig Aktiven der „TheaterLaien“ Kostüme und Requisiten heran. „Vieles finden wir einfach bei Oma auf dem Dachboden“, berichtet Marc Weitkowitz. Sogar im Internet-Auktionshaus „eBay“ ersteigerte der Student schon Bühnenzubehör. Dieses Jahr versuchte er sich zudem erstmalig als Autor und schrieb zwei Sketche, die beim Comedyvening 2002“ uraufgeführt wurden.
Das sollte der junge Mann in Zukunft öfters tun. Denn seine Neuauflage des vom DDR-Komiker Hans-Joachim Preil erfundenen Duos bestehend aus dem besserwisserischen Herrn Preil und dem liebenswert naiven Herrn Herricht gehörte zum Höhepunkt des Abends. Thomas Krieger und Oliver Schürmann glänzten in ihren Rollen nahezu perfekt.
Auch „Jodelschule“ von Loriot war schön anzuschauen. Für diesen Sketch versammelten sich alle Darsteller des Abends auf der Bühne und brachten das bekannte „Holedirö“ bravourös über die Lippen.
Doch einige Pointen anderer Sketche blieben trotz guter schauspielerischer Leistung auf der Strecke. Schnell albern wirkte dabei der Versuch, mit angetrunkenen Figuren den Gag aus der teilweise verstaubten Witzkiste zu locken. Ob Barmixer, Staubsaugervertreter oder sogar Gott – alle hatten nach Vorgabe des Textbuches ordentlich einen über den Durst getrunken. Das mag zwar auf den ersten Blick recht komisch wirken, doch bei so vielen Trunkenbolden hintereinander vergeht einem schnell das Lachen.
Geschlagene zweieinhalb Stunden Kalauer am Fließband schmälerten trotz einigen lustigen Abschnitten den Unterhaltungswert des Abends.
Die Hälfte hätte es verpackt in einer spritzigeren Rahmenhandlung wohl auch getan. Und die von den harten Sitzen der MGB-Aula arg strapazierten Po-Backen hätten sicherlich auch nichts dagegen gehabt. |