TheaterLaien überzeugten mit Don Gil
Hoch zufrieden und gut amüsiert verließen die insgesamt rund 350 Besucher die Aufführungen des TheaterLaien im Mädchengymnasium.
Das Stück “Don Gil mit den grünen Hosen” des Spaniers Tirso de Molina erwies sich in der Überarbeitung von Oliver Schürmann als voller Erfolg.
Rund sechs Monate lang haben die Akteure des Borbecker Theaterensembles in das Stück investiert. Eine Arbeit, die sich gelohnt hat, wie die Zuschauer feststellen konnten.
Oliver Schürmann verstand es mal wieder prächtig, dem Stück durch seine Überarbeitung den passenden Stempel aufzusetzen. So waren bereits durch die verschiedenen Sprachstile die Charakterisierungen der Figuren herrlich zu erkennen. Der patente Diener Lombardo (Sören Huestege) plapperte in herrlichem Ruhrdeutsch daher, während der feine Notar und Anwalt Don Decio (Markus Foitor) gerne einmal seine Dialogpartner mit seinen Latein-Sprüchen konfrontierte. Und der naive Don Martin (Oliver Schürmann) verwechselte zur großen Freude der Zuschauer ununterbrochen “mir” und “mich”.
Das Stück wurde von „TheaterLaien“ in die Neuzeit verlegt. Dona Juana (Claudia Rupp) reist mit ihrem Diener Lombardo nach Madrid, um endlich ihren Don Martin zu heiraten. Dieser gibt sich jedoch auf Drängen seines Vaters Don Diego (Jörg Weitkowitz) als Don Gil aus und hält um die Hand von Don Pedros (Marc-André Hurlebusch) Tochter Dona Ines (Melanie Zaparty) an. Als Juana dies erfährt, verkleidet sie sich selbst als Don Gil und erobert das Herz von Dona Ines. Davon ist auch der Verlobte von Dona Ines, Don Mendo (Björn Huestege), nicht angetan. Doch für ihn kommt es noch schlimmer. Tristan (Marc Weitkowitz), der von Don Juana als Diener angeheuert wurde, stellt ihm nach, worauf dieser auch auf Anraten seines Freundes Fabio (René Böminghaus) eingeht, um Ines eifersüchtig zu machen.
In der temporeichen Inszenierung von Thomas Krieger gab es noch allerhand Verwechslungen und Verwirrungen, aber am Ende wird alles gut. Dona Juana und Don Martin finden zueinander, Dona Ines und Don Mendo vertragen sich, Dona Clara (Annika Rupp) entpuppt sich als Tochter von Don Decio, dieser wiederum hat sich während des Stückes in die Wirtin Dona Celia (Antonia Metken) verliebt, die vor allem durch ihr lautes Organ hervorstach, aber dann doch eine liebevolle Mutter ist und die beiden Zwillinge (Julia und Frederic Thelen) adoptiert. Dona Clara ihrerseits bekommt am Ende ihren geliebten Antonio (Pasqual Temmesfeld) zurück, und auch Martins Freund Osario (Thomas Krieger) verträgt sich wieder mit seiner Maria (Pamela Maler).
Die zahlreichen Handlungsstränge wurden liebevoll und detailreich in Szene gesetzt, so dass der Zuschauer trotz der vielen verwirrenden Szenen stets im Bilde blieb. Gerade in der Parkszene wurden die Verwechselungen auf die Spitze getrieben. Einzig der geheimnisvolle Butler (Markus Müller) schien noch den Überblick zu behalten.
Alles in allem waren es zwei sehr gelungene Aufführungen, die von den Zuschauern mit minutenlangem Beifall bedacht wurden. Eine weitere Aufführung soll es am 30. Juni im Bürgerhaus Langenberg geben. Vorher präsentiert das TheaterLaien aber noch “Die Hochzeit des Figaro”. Das Junge Borbecker Musiktheater, das schon seit Jahren Opern und Musicals aufführt, hat sich dem TheaterLaien in diesem Jahr angeschlossen und zeigt im Sommer eine Neuinszenierung des bereits 1996 erfolgreich aufgeführten Stückes.