TheaterLaien e.V. Theater Essen Borbeck
 
 
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Lachen bis es weh tut
 

„TheaterLaien“ übertrafen sich selbst

Da blieb kein Auge trocken: Das TheaterLaien brachte mit Michael Cooneys „Und ewig rauschen die Gelder" eine Farce auf die Bühne, die den Zuschauern Bauchschmerzen vor Lachen bereitete.

„Ich stecke in einem Alptraum und komme nicht mehr raus: Die überschütten mich mit Geld!" – so sieht Eric Swan seine Situation in „Und ewig rauschen die Gelder". Dass er seinen Job verloren hat, verschweigt er seiner Frau Linda lieber. Er bringt das zwei Jahre lang einfach nicht übers Herz und täuscht jeden Tag vor, das Haus in Richtung Arbeit zu verlassen.

Die wöchentlichen Schecks vom Sozialamt, die eigentlich für seinen nach Kanada ausgewanderten Untermieter bestimmt sind, sorgen dafür, dass kein Loch in der Haushaltskasse entsteht. Was klein anfängt, entwickelt sich im Laufe der Monate zu einer Lawine staatlicher Hilfsbereitschaft: Eric erfindet zusätzlich zu seinem neuen Untermieter Dutzende weitere hilfsbedürftige Hausbewohner und nutzt das britische Sozialsystem nach allen Regeln der Kunst aus. Als eines Morgens ein Außenprüfer des Sozialamts vor der Tür steht, ist Erics Improvisationstalent gefragt – eine urkomische Verwechslungs- und Verwandlungskomödie nimmt ihren Lauf.

Das TheaterLaien hatte sich mit Michael Cooneys Farce ein einfallsreiches Stück vorgenommen: Sprühender Wortwitz, beißende Ironie und spritzige Schlagfertigkeit gepaart mit unvorhergesehenen Verwechslungen – genau das richtige Stück für das junge Ensemble. In perfekten Kulissen entführten Regisseur Tim Meier und Gesamtleiter Thomas Krieger das Publikum in den wahnsinnigen Alltag eines gewieften Sozialleistungsbetrügers.

Thomas Krieger und Marco Heckhoff glänzten in den Hauptrollen als Eric Swan und dessen Untermieter Norman Bassett. Die beiden begeisterten als Team mit gutem Timing und dem richtigen Gespür für Pausen. Thomas Krieger spielte die verschiedenen Facetten von Eric Swan überzeugend: Mal war er verzweifelt, mal grenzten seine irrwitzigen Ideen geradezu an Psychopathie, doch immer blieb er sympathisch.

Marco Heckhoff machte als Norman Bassett eine Verwandlung durch: War er zu Beginn noch etwas schwer von Begriff, wirkte er schließlich doch so, als habe er mehr Durchblick als die restlichen Figuren auf der Bühne, und zeigte zum Schluss noch eine ganz neue Facette seines schauspielerischen Talents: Mit blonder Langhaar-Perücke, kurzem Kleid und Nylonstrumpfhose gab er für das Sozialamt Mrs. Swan.

Oliver Schürmann bereicherte das Stück mit seiner Darstellung des effizienten, aber doch sehr leichtgläubigen Außenprüfers Mr. Jenkins. Mit vollem Körpereinsatz verwandelte er sich im Stück vom seriösen Anzugträger zum betrunkenen Fröhlichmann, beschmierte sich mit „Waschmaschinenschaum" und trat schließlich – vom Blitz getroffen – rußgeschwärzt vor das Publikum.

Die Zuschauer konnten sich kaum auf den Sitzen halten. Eine Lachsalve jagte die nächste, in jeder Ecke der Bühne gab es etwas Kurioses zu sehen. Immer, wenn man dachte, weiter könnten sich die Figuren auf der Bühne nicht in ihren Geschichten und Rollen verstricken, belehrte das Stück die Zuschauer eines Besseren. Das Schauspielensemble verwandelte Eric Swans Alptraum in einen traumhaften Abend für das Publikum.
 
Borbecker Nachrichten vom 13.11.2008