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Der Mörder ist der beste Freund
 

Theatergruppe beeindruckt mit selbstgestricktem Krimi

In der Pause wurden Wetten abgeschlossen: „Wer ist der Mörder?“ fragten sich die zahlreichen, zumeist jugendlichen Gäste in der Geschwister-Scholl-Schule, die gekommen waren, um „Mord inklusive“ gebannt zu verfolgen.

Geschrieben hat das Stück der junge Thomas Krieger, der schon Regiearbeiten zu „Der Dorfbarbier“ (1992) und „Die pfiffige Magd“ (1994) übernommen hatte. Jetzt stand er außerdem - wie es sich zum guten Schluß herausstellte - als Mörder des reichen Grundbesitzers Frank Blueford auf der Bühne.

Doch zurück zu den Anfängen: Frank Blueford, überzeugend gespielt von Mike Hillenbrand, scheint verschwunden. Seinen lethargischen Butler Henry (René Böminghaus) stört das wenig. Ist Blueford doch häufig tagelang außer Haus! Doch Fred Wonner (eine Glanzrolle für Thomas Krieger), ein Studienfreund Bluefords, glaubt an Franks Tot. Das ruft den schnoddrigen und gleichermaßen inkompetenten Inspektor Muffanio (prima: Marc Hurlebusch) und Franks Anwalt Dr. Martin Puddaroy (die Gerechtigkeit in Person mimte Marc Weitkowitz) auf den Plan. Schließlich trommeln sie die ganze habgierige Familie zusammen, um das Testament zu öffnen. Doch in dem Moment - der Zuschauer ahnte es bereits seit einiger Zeit - taucht der Verschwundene wieder auf - und wird wenig später tatsächlich ermordet. Eine uralte Geschichte über Liebe und Eifersucht führte bei dem Mord Regie.

Vier Monate lang hatten die jungen Mimen für den Dreiakter gelernt und geprobt, mit Erfolg: Die schauspielerische Leistung war hervorragend. Auch die Story, nach dem Strickmuster englischer Krimis gewirkt, war durchaus vielversprechend. Nur der erste Akt hätte vielleicht etwas gestrafft werden können.

 
Borbecker Nachrichten vom 21. März 1996