TheaterLaien spielten Romeo und Julia
Mit Shakespeares "Romeo und Julia" wagte sich das Ensemble der TheaterLaien am vergangenen Freitag und Samstag an eine der bewegendsten Liebesgeschichten der Weltliteratur. Und das mit Erfolg: Das von Oliver Schürmann inszenierte Stück begeisterte die Zuschauer.
Sechs Monate lang hatten die Schauspieler für die Aufführung von "Romeo und Julia" geprobt. Das zahlte sich nun aus: Der Text saß und alle Szenen - ob stürmische Kämpfe oder emotionale Ausbrüche - überzeugten in der gut gefüllten Aula des Mädchengymnasiums.
Bei der Inszenierung des Stücks war es den Mitgliedern der TheaterLaien um Oliver Schürmann wichtig, zu zeigen, dass das Thema des Stücks - Konflikte zwischen zwei Parteien sowie Liebe und Freundschaft - keiner bestimmten Zeit und keinem bestimmten Ort zugeordnet werden kann. "Das Thema Stücks", so waren sich alle einig, "hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren." Um die Zeitlosigkeit hervorzuheben, wollten die Schauspieler den Zuschauern ganz genau vor Augen halten, dass sie ihnen nur ein Stück erzählten. So bauten die Schauspieler immer wieder vor den Augen der Zuschauer die Kulissen um; Oliver Schürmann schlüpfte erst während des Prologs auf der Bühne in das Kostüm des Fürsten.
Oliver Schürmann erwies sich als wahres Multitalent: Er hatte das Stück nicht nur bearbeitet, gestaltet und inszeniert sondern zeichnete auch für Technik, Requisite und Kostüme verantwortlich. Zudem stand er als Fürst auf der Bühne.
Mit Marco Heckhoff als Romeo und Sandra Schmitt als Julia hatte sich das Team der TheaterLaien eine gute Besetzung für die beiden Rollen ausgesucht.
Romeo wirkte sehr authentisch in seiner innerlichen Zerrissenheit: Marco Heckhoff vermochte es problemlos, Romeo mal aufbrausend und kämpfend, mal glücklich und dann wieder am Boden zerstört zu spielen.
Auch Sandra Schmitt - eine der körperlich größten im Ensemble - wurde der Julia gerecht: Sie verkörperte zunächst die kindlich-unschuldige Julia, wurde dann die glücklich Verliebte, um am Ende die Julia zu sein, die fest entschlossen ist, nicht ohne ihren Romeo weiterleben zu wollen. Allein das etwas merkwürdige weiße Kleid und ihre weißen Socken störten das Bild.
Doch obwohl die beiden Hauptdarsteller ihre Sache gut machen, wurde ihnen die Show ein wenig gestohlen. Thomas Krieger als Pater Lorenzo und Kinga Szilgyi als Amme waren einfach brillant. Vor allem Kinga Szilgyi brachte das Publikum mit ihrer Darstellung der Amme immer wieder zum Lachen: Sie schaffte es perfekt, die Amme als äußerst geschwätzige Freundin Julias zu geben, die hin und wieder zu hysterischen Anfällen neigt.
Sie und Thomas Krieger, der Romeos väterlichen Freund Lorenzo äußerst sympathisch spielte, waren sichtlich erfreut über den johlenden Applaus, mit dem ihre Auftritte am Ende der Abende belohnt wurden.
Auch der Rest des Ensembles konnte sich freuen: Als alle auf der Bühne standen, wollte das Publikum gar nicht mehr aufhören zu klatschen. Viele der Zuschauer werden beim nächsten Stück der TheaterLaien, dass für die zweite Hälfte des Jahres geplant ist, sicher wieder dabei sein. |