TheaterLaien e.V. Theater Essen Borbeck
 
 
Zum Zeitungsausschnitt
 
Verona kassiert in der Parfümerie
 

Musical ,She loves me' im Mädchengymnasium

BORBECK. Wer kennt ihn nicht, den Kino-Klassiker „E-mail for you"? Mit einer überzeugenden Interpretation brachten eine Reihe ehemaliger Schüler des Gymnasium Borbeck die amüsante Liebeskomödie am Wochenende als Musical unter dem Titel „She loves me" auf die Bühne vom Mädchengymnasium Borbeck.

Es handelt sich um ein uraltes und doch immer wieder aktuelles Thema. Die Begegnung zwischen Mann und Frau, das erste Kribbeln im Bauch und nach einigen hindernisreichen Kapriolen ihre Liebesbeziehung. Dennoch, ganz so einfach war es im Falle der Kinovorlage „E-mail for you" nicht. Denn hier kennen sich die Liebenden bereits, ohne jedoch voneinander auch nur zu ahnen.
Bis deutlich wird, dass es sich bei dem angebeteten Briefpartner um einen wenig geliebten Arbeitskollegen handelt, vergeht einige Zeit. Derweil strapazieren Dialoge und Handlung die Lachmuskeln der Zuschauer gewaltig. Das war auch auf den Brettern des Borbecker Mädchengymnasiums nicht anders, und die etwa 300 Besucher hatten sichtbaren Spaß.

Ort des Geschehens ist die „Parfümerie mit Noblesse“ des eigenwilligen Geschäftsmannes „Donald Douglas", in dem sich die komische Begegnung zwischen Georg Nowak und der schönen Amalie „Fonderbran" begibt. Ungeachtet ihrer offensichtlichen Abneigung verlieben sich die beiden stimmgewaltigen Angestellten über ihren Briefkontakt. Während dessen läuft rund um die Affäre in zahlreichen Nebenschauplätzen nicht minder Schillerndes ab.

Das gilt für den leichtverwirrten Kriminalinspektor „Ock", der zwischen „Einbruch" und „Ehebruch" anfänglich nicht sauber zu unterscheiden weiß, ebenso wie für den Parfümerie-Verkäufer Jim mit seinen verzweifelten Versuchen, die hauseigene „Rita-Süßmuth­Creme" gegen Cellulitis an die Frau zu bringen. Alle Schauspieler, ehemalige Schüler des Gymnasium Borbeck, bestechen dabei durch schauspielerisches Geschick und ansprechende gesangliche Qualitäten. Bei der Auswahl der Charaktere und Typen geraten Ähnlichkeiten mit lebenden Personen nicht zufällig, sondern erwünscht, wie das Beispiel der flotten und denkfaulen Kassiererin Verona Feldbusch zeigte. Grandios war überdies die musikalische Begleitung durch das junge Borbecker Musiktheater unter der Leitung von Arne Kovac.

Und zur Freude aller Gäste finden auch in der Interpretation der einstigen Pennäler die Verliebten nach ihrem emotionalen Hürdenlauf letztlich zueinander und sorgten für das oft geschmähte, aber vom Publikum gewürdigte „Happy End".
   
 
Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 15. Februar 2000